„Kleine“ und „große“ Brustkrebsoperation

Frage:
Eine Freundin von mir ist wegen Brustkrebs operiert worden und hat nur einen kleinen Schnitt an der Brust. Einer anderen wurde wegen derselben Krankheit die ganze Brust entfernt. Woran liegt der Unterschied und warum kann man nicht jede Frau mit der „kleinen Operation" operieren?

Antwort:
Seit der Zeit vor etwa 20 Jahren, wo allen Frauen wegen eines Brustkrebses die gesamte Brust, teilweise sogar mit dem großen Brustmuskel, entfernt wurde, ist viel Zeit vergangen.  Derzeit ist es möglich, etwa 70 bis 75 Prozent der Brustkrebspatientinnen brusterhaltend zu operieren, d.h. nur einen Teil der Brust zu entfernen.

Dennoch gibt es noch immer Fälle, in denen die gesamte Brust entfernt werden muß. Dazu zählen vor allem der multizentrische Brustkrebs, wo in mehreren Quadranten der Brust Krebsherde nachgewiesen werden. Ebenso ist bei Tumoren, die im Verhältnis zur Brust zu groß sind, um noch ein zufriedenstellendes kosmetisches Ergebnis zu bringen, die brusterhaltende Therapie nicht geeignet.

Auch in Fällen wo eine postoperative Strahlentherapie nicht möglich oder nicht gewünscht ist, muß, um gleich gute Ergebnisse zu erzielen, die Entfernung der ganzen Brustdrüse durchgeführt werden. Obwohl die Entfernung der ganzen Brust noch seltener werden wird, bleiben immer noch Fälle, in denen man um diese Operation nicht herumkommt.