Rectusdiastase

Frage:
Ich glaube, daß ich einen großen Bauchdeckenbruch habe, der Hausarzt hat jedoch eine Rectusdiastase festgestellt. Was ist das und muß man das nicht auch operieren?

Antwort:
Bei einer Rectusdiastase kommt es, häufiger bei Männern als bei Frauen, meist durch Übergewicht, zum Auseinanderweichen der geraden Bauchmuskulatur. Es handelt sich hier um zwei flache Muskel, die normalerweise knapp rechts und links neben dem Nabel von oben nach unten reichen. Bei Zunahme des Bauchumfanges (Übergewicht) dehnt sich der Bauch immer weiter aus und die Muskel entfernen sich voneinander. Dadurch kommt es beim Aufsetzen aus dem Liegen zur charakteristischen Vorwölbung eines mehr oder weniger breiten Wulstes vom Brustbein bis zum Unterbauch.

Diese sogenannte Rectusdiastase ist normalerweise nicht operationswürdig. Eine chirurgische Reparation bedeutet eine sehr große Operation der ganzen Bauchdecke, bei der mittels plastisch-operativer Technik die Muskel aus ihrem Bett gelöst und in der Mittellinie zusammengenäht werden. Dabei ist meist auch das Einbringen eines großen Kunststoffnetzes notwendig. Alles in allem eine sehr große Operation, die nicht immer erfolgreich ist. Die viel bessere Therapie ist Gewichtsabnahme und Bauchmuskeltraining. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei einem Bauchdeckenbruch, einer Hernie, um eine Ausstülpung des Bauchfelles durch eine definierte Bruchlücke, die man auch deutlich tasten kann, z.B. bei einer Narbe. Ein solcher Bruch sollte (fast) immer operativ behandelt werden.