Operationsmethoden beim Leistenbruch

Frage:
Ich wurde vor einem Jahr wegen eines Leistenbruches rechts operiert und habe einen Schnitt in der Leiste bekommen. Ein Freund von mir, der sogar beidseits einen Leistenbruch hatte, wurde über vier Einstiche mit der Schlüssellochchirurgie operiert – warum?

Antwort:
Die bei uns derzeit geübte Routinemethode zur Behandlung des Leistenbruches ist die offene Leistenbruchoperation, wobei eine Art Stoppel aus Kunststoffnetz in den Bruchring eingelegt und mit einigen Nähten fixiert wird. Diese Methode ist schnell, einfach, fast völlig komplikationslos und verursacht nach der Operation keinerlei nennenswerte Schmerzen.

In Fällen von beidseitigen Leistenbrüchen oder wenn es sich um einen wieder aufgetretenen Bruch nach vorangegangener Operation (Rezidiv) handelt, führen wir oft die laparoskopische Leistenbruchoperation über drei Bauchstiche durch. Hier wird von der Bauchhöhle aus von innen ein Netz über die Bruchlücke gelegt, mit Klammern fixiert und von innen das Bauchfell wieder vernäht.

Diese Methode ist erheblich aufwendiger als die normale Leistenbruchoperation und in manchen Fällen dieser überlegen. Als Routinemethode bringt sie jedoch neben erhöhtem Aufwand keinerlei Vorteil für den Patienten. Die Erholungszeit und die postoperativen Schmerzen sind bei beiden Operationen annähernd gleich und die Länge des Hautschnittes ist – wenn man alle drei Stiche zusammenzählt – ebenfalls vergleichbar. So wird für jeden Patienten die richtige und für ihn vorteilhafte Methode der Operation ausgesucht.