Polypen im Dickdarm

Frage:
Bei mir wurde anläßlich eines Dickdarmröntgens ein großer Polyp im Darm festgestellt. Ich habe jetzt große Angst vor einer Operation. Gibt es da keine andere Methode?

Antwort:
Prinzipiell gelten Neubildungen jeder Art im Darm, wie z.B. Polypen, bis zum Beweis des Gegenteils als möglicherweise bösartig. Wir wissen, dass ein großer Teil von Krebsgeschwüren des Darmes mit einem Polypen beginnt. Die Umwandlung eines Polypen in einen bösartigen Tumor erfolgt langsam und ist sicherlich von seiner Größe abhängig, der Zeitpunkt lässt sich jedoch nicht voraussagen. Deswegen müssen Polypen komplett entfernt werden. Denn auch eine Probeentnahme aus dem Polypen zeigt nur diesen Teil, an einer anderen Stelle kann der Polyp bereits bösartig entartet sein.

In den meisten Fällen ist die Polypabtragung heutzutage coloskopisch möglich. Dabei wird mit einem langen, biegsamen, schlauchähnlichen Gerät vom After her der Dickdarm inspiziert. Wenn der Polyp gefunden ist, kann er mit einer Schlinge, die elektrisch aufgeheizt wird, abgetragen werden. Wenn der Stiel des Polypen schlank ist, ist dies kein Problem und kann daher auch beim niedergelassenen Chirurgen geschehen, wenn der Polyp etwas breiter ist, so muß dies unter stationären Bedingungen erfolgen. In diesem Fall ist nämlich die Gefahr der Darmwandverletzung gegeben. Deshalb muß der Patient auch im Krankenhaus aufgenommen werden und mindestens eine Nacht bei uns bleiben.

In den meisten Fällen können Polypen ohne Operation auf diese Weise entfernt werden. Nur in selten Fällen ist die Entfernung eines Darmteiles über einen Bauchschnitt mit richtigen Darmoperation notwendig. Seit neuestem ist auch am Krankenhaus Neunkirchen bei geeigneten Patienten auch die laparoskopische Operation („Knopflochoperation“) des Dickdarmes, die sich besonders für diese Operations-Indikation besonders eignet, möglich.