Wächterlymphknoten – sentinel node

Frage:
Angeblich ist es seit kurzem möglich, bei Brustkrebs nicht mehr alle Achsellymphknoten zu entfernen, nur mehr einen einzigen. Ist das richtig und wird diese Methode an der Chirurgie Neunkirchen angeboten?

Antwort:
Bei Operation eines Brustkrebses müssen nicht nur der Tumor selbst, sondern auch die Lymphknoten in der Achsel entfernt werden. Durch diese Operation an den Lymphknoten kommt es leider gelegentlich zu Komplikationen, wie einem Lymphödem (Schwellung des Armes durch Stauung der Lymphe), Fistelbildung im Operationsbereich oder auch anderen Problemen.

Neueste Untersuchungen haben nun ergeben, dass die Lymphe (Gewebsflüssigkeit) von einem Brustkrebs nicht in alle Lymphknoten der Achsel gleichmäßig abfließt, sondern zunächst in einen einzigen, den Wächterlymphknoten.

Seit relativ kurzer Zeit gibt es in der Behandlung des Brustkrebses die Methode der Untersuchung des „sentinel node“oder „Wächterlymphknotens“ in der Achsel. Die Vorstellung geht davon aus, dass alle Achsellymphknoten nur dann entfernt werden müssen, falls dieser befallen ist. Wenn dieser jedoch tumorfrei ist, erübrigt sich die Radikaloperation der Achsel. Dadurch wird nicht nur die Operation kleiner und schneller, und wir können unseren Patientinnen die größere Operation zur Entfernung sämtlicher Lymphknoten der Achsel mit allen damit verbundenen Problemen ersparen.

Bei der Operation wird der Tumor mit Farbe oder radioaktiver Substanz markiert. Nach kurzer Zeit färbt sich der Wächterlymphknoten (sentinel node) an und kann über einen kleinen Schnitt in der Achsel gesucht und entfernt werden.

Dies ist eine neue Entwicklung in der Brustkrebschirurgie und wird schon seit einiger Zeit an der Chirurgie Neunkirchen durchgeführt.