Krampfadern in der Speiseröhre

Frage:
Wie kommt es zu Krampfadern in der Speiseröhre und was kann man dagegen tun?

Antwort:
Wenn durch chronische Schädigung der Leber, zum Beispiel durch Alkohol, Leberzellen absterben, werden sie durch Narbengewebe ersetzt; der Endzustand ist dann die Leberzirrhose. Normalerweise fließt das Blut aus dem gesamten Bauchraum durch die Leber zum Herzen. Wenn nun durch die Zirrhose der Weg durch die Leber weitgehend verstopft ist, muss sich das Blut über Umwege den Weg zum Herzen suchen. Dabei werden auch kleine, sonst kaum verwendete Umwege, plötzlich zu dicken Venen.

Eine dieser Umleitungen führt über die Venen der Speiseröhre. Diese schwellen zu bleistiftdicken Strängen an und können auch bei einer kleinen Verletzung lebensgefährlich bluten. Die Therapie ist nicht einfach. Zunächst kann man durch Aufblasen von Ballons in der Speiseröhre die Venen abdrücken. Dies darf aber nicht über lange Zeit geschehen, da sonst das umgebende Gewebe abstirbt. Zur Blutstillung werden Substanzen in die Venen eingespritzt, die diese veröden, oder es werden mittels Endoskopie Gummiringe über die blutende Venenöffnung gezogen, die diese wieder abdichten.

Alle diese Maßnahmen können zwar oft die akute Situation der Blutung beherrschen, ändern jedoch nichts an der Ursache der Erkrankung, nämlich der Leberschädigung.