Wundgelegene Stellen am Körper

Frage:
Meine 80jährige Bekannte, die eigentlich immer mobil war, musste nun wegen einer schweren Grippe eine Woche im Bett bleiben. Nun hat sie plötzlich einen großen schwarzen Fleck am Gesäß, wo die Haut schon abgestorben ist. Was kann man da tun? Kann man das verhindern?

Antwort:
Besonders bei sehr alten, unbeweglichen oder auch schwer kranken Patienten ist das Wundliegen ein riesiges Problem, das nicht immer ganz zu verhindern ist. Auch im Schlaf bewegt sich ein gesunder Mensch immer wieder, so dass er nicht immer an derselben Stelle im Bett aufliegt. Je älter und kränker ein Patient ist, desto weniger bewegt er sich. Dadurch kann es oft schon nach Ablauf von Stunden zum Auftreten eines Dekubitus (Wundliegestelle) kommen.

Hier kommt es durch die Tatsache, dass hier für einige Zeit kein sauerstoffreiches Blut mehr hinkommt, zum Absterben von Haut, oft aber auch des Gewebes darunter. Dies führt gelegentlich zu riesigen Wundhöhlen, die im weiteren Verlauf auch durchaus lebensbedrohlich sein können. Auch das Unterhautgewebe hält dieser Beanspruchung nicht stand und bald liegt der Knochen frei. Diese Situation ist eine sehr kritische, da sie zusätzlich zur Erkrankung des Patienten beiträgt.

Die Behandlungsmöglichkeit ist mit einem extrem hohen Pflegeaufwand verbunden. Das bedeutet ständiges Bewegen des Patienten, eine besondere Matratze, die den Druck möglichst verteilt und ständige Wundbehandlung. In manchen Fällen ist es möglich, mit einem luftdichten Verband unter dem mit einer Vakuumpumpe Sog erzeugt wird, das Sekret abzutransportieren und so die Wundheilung anzuregen. In manchen Fällen ist es wiederum möglich, nach Wundreinigung eine Transplantation von Haut und Unterhaut, gelegentlich auch Muskulatur, durchzuführen.