Was ist ein Leistenbruch?

Frage:
Ich habe einen Leistenbruch und soll operiert werden. Was geschieht eigentlich genau bei dieser Operation? Was ist da gebrochen?

Antwort:
Bei einem Leistenbruch ist nichts „gebrochen“, sondern es besteht eine Lücke in der Bauchdecke. Durch diese Lücke ist beim Mann vor der Geburt der Hoden in den Hodensack gewandert. Auch bei der Frau gibt es an dieser Stelle einen Schwachpunkt. Diese Ausstülpung des Bauchfells verklebt normalerweise. Manchmal kommt es jedoch, meist durch Erhöhung des Druckes im Bauch durch Gewichtszunahme, zu einem verstärkten Druck auf diese Schwachstelle und zur Ausstülpung des Bauchfelles an dieser Stelle.

Dadurch können Darmschlingen bis in den Hodensack hineinrutschen. Dies stellt auch die Gefahr beim Leistenbruch dar: wenn diese Schlingen nicht mehr zurückrutschen, sondern eingeklemmt werden, kommt es zum „eingeklemmten Bruch“, möglicherweise mit Absterben des Darmes und Bauchfellentzündung.

Bei der Leistenbruchoperation wird diese Schwachstelle verschlossen. Entweder durch direkte Naht der auseinandergewichenen Bauchdecke oder durch Einführen eines „Stoppels“ aus Kunststoffnetz der diese Lücke verläßlich verschließt. Die letztere Methode ist seit einigen Jahren unsere bevorzugte Operationsmethode. Sie ist sehr schmerzarm und wir haben bis jetzt kaum noch ein Wiederauftreten eines Bruches bemerkt.