Bauchdeckenbruch

Frage:
Ich hatte vor einem Jahr eine große Krebsoperation im Bauch. Mit der Operation ist alles gut gegangen und ich bin heute auch gesund. Trotzdem habe ich seit einigen Monaten einen großen Narbenbruch. Wie kommt es dazu und wie behandelt man das heutzutage?

Antwort:
Nach einem gewissen Prozentsatz der Operationen kommt es nach der Wundheilung zum Auftreten eines Narbenbruches. Dabei kommt es zu einer ungenügenden Heilung der Bauchdecke. Lediglich das Bauchfell (die innerste Schicht der Bauchdecke) und Haut wachsen zusammen, die restlichen Schichten der Bauchdecke haben eine Lücke. Durch diese Lücke wölbt sich, besonders beim Husten und Pressen, der Bauchinhalt (Darm) nach außen vor.

Diese Heilungsstörung ist nur in sehr seltenen Fällen eine Folge der Operationstechnik, sondern meist ein Heilungsproblem des Patienten. Dabei kommt es bei senkrechten Schnitten häufiger, bei queren und schrägen Durchtrennungen der Bauchdecke seltener zum Auftreten von Narbenbrüchen. Früher hat man diese auseinander gewichenen Bauchdeckenanteile bei der neuerlichen Operation aneinander genäht. Dadurch kommt es jedoch nur selten zu einer endgültigen Heilung und Reparation des Bruches, vielmehr hat man meist das selbe Problem nach kürzerer Zeit nochmals. Deshalb setzen wir heute in den meisten Fällen Kunststoffnetze ein.

Dies bedeutet eine deutliche größere Operation, die jedoch einen wesentlich besseren Operationserfolg bringt. Dennoch sind auch hier die Ergebnisse deutlich schlechter als wir es uns wünschen würden. Zusätzlich kommt es bei der Verwendung von Kunststoffimplantaten häufiger zur Ausbildung einer Infektion. In Summe kann jedoch mit der Verwendung von neuen, gut gewebeverträglichen Kunststoffnetzen ein Bauchdeckenbruch mit gutem Erfolg behandelt werden.