Magenoperation bei Zwölffinderdarmgeschwüren

Frage:
Mein Vater war bereits mehrfach wegen Zwölffingerdarmgeschwüren in Behandlung. Bis jetzt konnte man mit Medikamenten immer das Auslangen finden. Nun wurde ihm die Operation vorgeschlagen. Wieso geht es jetzt nicht mehr mit Medikamenten?

Antwort:
Durch die Erfindung von neuesten Medikamenten vor einigen Jahren ist es heute möglich, fast jedes Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür in kürzester Zeit zur Abheilung zu bringen. Deswegen sind Magenoperationen fast schon zu einer Rarität geworden, so selten sind sie notwendig. Eine Operation ist heutzutage nur mehr bei einem Magendurchbruch, bei einer mit Endoskopie nicht mehr stillbaren Blutung oder bei einer Magenausgangsstenose nötig.

Im Falle Ihres Vaters dürfte es sich durch die vielen Geschwüre, die immer wieder Narben hinterlassen, um eine derartige narbige Verengung (= Stenose) des Magenausganges handeln. Dabei kommt es, auch ohne akutes Geschwür, zu einer dramatischen Verengung des Magenausganges. Dadurch wiederum wird der Magen aufgebläht und Nahrungs- und Nahrungsreste bleiben im Magen liegen. Diese Situation muss unbedingt operativ behandelt werden. Dabei wird der säuretragende Anteil des Magens wegoperiert und eine Verbindung zwischen dem Magenstumpf und dem Dünndarm neu angelegt. So kann es einerseits nicht mehr zu säurebedingten Geschwüren kommen, andererseits ist der Magenausgang nun frei und unbehindert.