Gallenblasenkrebs

Frage:
Ein Bekannter von mir wurde vor kurzem wegen Gallensteinen operiert, dabei fand sich ein Gallenblasenkrebs. Kann man da nicht früher draufkommen?

Antwort:
Eine Krebserkrankung der Gallenblase ist eine relativ seltene Erkrankung, dennoch finden wir bei unseren Patienten etwa zwei bis drei derartige Fälle im Jahr. Die Gallenblase ist ein sehr dünnwandiges Organ, das an der Unterseite der Leber liegt und teilweise in diese hineinreicht. Wenn es nun zu einem Krebs der Schleimhaut der Gallenblase kommt, so ist dieser selbst bei der Entstehung nur mehr etwa ein bis zwei Millimeter von der Leber entfernt, d.h. ein Wachstum um zwei Millimeter bedeutet bereits, dass der Krebs in die Leber einwächst. Diese ist besonders gut durchblutet und transportiert daher Krebszellen schnell weiter.

Aus allen diesen Gründen ist Gallenblasenkrebs sehr gefährlich. Durch Untersuchungen kann der Gallenblasenkrebs nur sehr schwer entdeckt werden. Eine Wandverdickung der Gallenblase im Ultraschall deutet meist schon auf ein fortgeschrittenes Stadium hin. Die Ursachen sind, zumindest in einigen Fällen, ein chronisches Gallensteinleiden, das durch ständige mechanische Irritation der Schleimhaut Krebs entstehen lässt. Dies ist einer der Gründe weshalb man bei der Gallenblasenentfernung bei bestehenden Gallensteinen heutzutage eher großzügig ist, um so mehr, als dass die Gallenblasenoperation heute in fast allen Fällen über vier Einstiche in der Bauchdecke und in wenigen Aufenthaltstagen durchgeführt werden kann.