Darmverschluß

Frage:
Unlängst wurde mein Vater wegen eines Darmverschlusses operiert. Worum handelt es sich bei dieser Krankheit eigentlich?

Antwort:
Ein Darmverschluss, lateinisch „Ileus“, ist keine eigene Krankheit, sondern mehr ein Symptom, das durch viele verschiedene Krankheiten verursacht werden kann. Es handelt sich hierbei um einen Stopp der Passage des Nahrungsbreies durch den Verdauungstrakt.

Prinzipiell durchquert die Nahrung nach der Speiseröhre zunächst den Magen, dann den gesamten Dünndarm und danach den Dickdarm, um daraufhin als Stuhl ausgeschieden zu werden. Wenn es nun aus irgendwelchen Gründen auf dem Wege zwischen Magenausgang und After zu einer massiven Passagebehinderung bzw. zu einem Stopp kommt, so spricht man von einem Darmverschluss.

Die häufigste Ursache dafür sind Verwachsungen, die zu einem Abknicken zumeist des Dünndarmes führen. Diese Verwachsungen sind meist nach einer vorangegangen Operation entstanden. Ein Verhindern derartiger Verwachsungen ist kaum möglich, auch nach kleinen Operationen (Blinddarmoperation) können Verwachsungen entstehen, die einen kompletten Stopp der Passage erzeugen.

Die zweite Hauptursache ist ein bösartiger Tumor, der besonders im Dickdarm vorkommt. Besonders bei einem Darmkrebs auf der linken Dickdarmseite besteht oft ein ringförmiges Wachstum, das die Passage des Stuhles zuletzt völlig verhindert. In jedem Falle muss ein Darmverschluss dringlich operiert werden. Laut einem alten chirurgischen Spruch darf über einem Ileus „die Sonne nicht auf- oder untergehen“. Bei der Operation wird die Ursache entfernt, das heißt die Verwachsung gelöst oder der betroffene Darmanteil (Tumor) entfernt.