Neuartiges Ultraschallskalpell ermöglicht besonders blutsparende Operationen

Seit Frühjahr 2002 steht an der Chirurgie Neunkirchen ein völlig neuartiges Gerät für Operationen zur Verfügung, das erste ultraschallaktivierte Operationsmesser. Es kann zum Schneiden und zur Blutstillung verwendet werden. Bisher wurde für die chirurgische Präparation und Blutstillung hauptsächlich Skalpell und Schere sowie Fäden zum Abbinden von Blutgefäßen verwendet. In manchen Fällen wurde auch mit elektrischem Strom die Blutstillung durchgeführt.

Bei Verwendung von Strom kommt es jedoch in der Umgebung zum Auftreten von sehr hohen Temperaturen, die das umgebende Gewebe schädigen. Das neuartige Ultraschallgerät ermöglicht es nun, ohne Hitzeschädigung des Gewebes zu operieren. Damit ist es möglich, auch sehr nahe an heikelste Regionen heranzupräparieren ohne diese zu schädigen. Technisch gesehen handelt es sich um ein ultraschallbetriebenes, letztlich mechanisches Gerät, wobei die Klinge des Instruments in Schwingung versetzt wird. Es werden 55.500 Schwingungen pro Sekunde erzeugt, dadurch kann man durch alle Körpergewebe durchschneiden und gleichzeitig durch Versiegelung des Gewebes eine optimale Blutstillung erreichen.

Dieses Gerät stellt einen großen Fortschritt in der Bauchchirurgie dar. Einerseits setzt die Versiegelung mit dem Ultraschallgerät viel weniger Hitzeschäden im Gewebe als die Verwendung von elektrischem Strom, andererseits ist es nun möglich, gleichzeitig zu schneiden und Blut zu stillen ohne das Instrument zu wechseln. Dadurch kann auch die Operationszeit verkürzt werden. Seit Verwendung dieses Gerätes wurden bisher bei Operationen keine Blutkonserven benötigt, da die konsequente Verwendung einen massiv blutsparenden Effekt hat.

Auch die Verwendung dieses Gerätes bei laparoskopischen Operationen (Schlüssellochchirurgie) ist möglich. Bei manchen größeren Operationen dieser Art wird die Operation durch dieses Gerät erst ermöglicht, da in einem Schritt die Durchtrennung von Gewebe mit gleichzeitiger Blutstillung möglich wird.

Dieses Gerät wurde um € 38.000,– von der Stadtgemeinde für die Chirurgie angeschafft und steht seit wenigen Wochen zur Verfügung. Es ist zu erwarten, dass sich die Verwendung dieses Gerätes in einem deutlichen Vorteil bezüglich des Blutverbrauches, Operationszeit und Operationssicherheit für unsere Patienten niederschlagen wird.

Wir erwarten auch, dass die hohen Kosten des Gerätes durch Einsparungen an Blutkonserven und geringere Komplikationsraten langfristig kompensiert werden.